Alpengipfel erobern. Segel hissen. Mit Pinguinen schwimmen. Erholung oder Erleuchtung suchen: Reisegründe gibt es wie Sand am Meer. Doch Ziel sind alle Jahre wieder dieselben Städte und Landschaften: die schönen, sonnigen, die geschichtsträchtigen. Da fahren alle hin.

Wie wäre es, Sie kommen uns einmal in Glashütte besuchen – auch wenn Sie hier (das geben wir zu) zwar Ruhe, jedoch kaum Sonne finden. Das hat mit der topografischen Lage der Uhrmacher-Metropole zu tun: Die beiden Flüsse Prießnitz und Müglitz, die sich im Glashütter Zentrum treffen, haben ihre Arbeit gewissenhaft gemacht und sich so tief in den Gneis und Porphyrfelsen gefressen, dass sich die Ortschaft auf dem Grund eines T-förmigen Einschnitts befindet.

Glashütte im Tal – nur kurz verirren sich die Sonnenstrahlen hierher.

„Glashütter Zeitverschiebung“, so nennen die Einheimischen die Tatsache, dass sich Sonnenstrahlen nur selten und nur für kurze Zeit in ihr Tal verirren: Die Abenddämmerung beginnt hier bereits sehr früh, was für eine Zeitverschiebung in östliche Richtung sprechen würde. Allerdings dauert es auch länger als an anderen Orten der Umgebung, bis es morgens licht wird, insofern kann es sich nicht um eine wirkliche Zeitverschiebung handeln. Vielmehr ist das Zeitfenster, das dem Tageslicht zugeteilt ist, einfach enger bemessen.

Die St. Wolfgangskirche im Zentrum von Glashütte: Das spätgotische Bauwerk ist benannt nach dem Schutzheiligen der Bergleute.

Obwohl sich das für Kirchen im Grunde so gehört, verfügt die St. Wolfgangskirche im Stadtzentrum von Glashütte daher nicht über eine Sonnenuhr: Sie würde hier nur selten die Zeit anzeigen. Ein Blick in dieses spätgotische Bauwerk lohnt sich trotzdem – etwa auf die Altarschnitzerei mit Abendmahl, die Mittelpunkt der 1535 erbauten evangelisch-lutherischen Kirche ist.

Das Glashütter Uhrenmuseum – und für alle, die Uhren nicht nur anschauen möchten: das NOMOS Kaufhaus (links im Bild).

Eine wichtige Station unserer Manufakturführungen: der ehemalige Glashütter Bahnhof, heute Hauptsitz von NOMOS Glashütte.

Wer Uhren sehen möchte, dem legen wir den Besuch des Glashütter Uhrenmuseums ans Herz (Schillerstraße 3a) – und natürlich die Führungen durch unsere Manufaktur: Diese finden zweimal im Monat statt und sind heiß begehrt, Sie sollten sich daher am besten ein halbes Jahr im Voraus anmelden (und zwar hier: service@glashuette.com).

Die NOMOS-Sonnenuhr zählt nur schönste Stunden – Voraussetzung: Die Sonne scheint.

Sonnenuhren jedoch machen in Glashütte nur dann Sinn, wenn sie portabel sind. Besitzer etwa einer NOMOS-Sonnenuhr können auf den umliegenden Hügeln nach der solaren Zeit suchen. Und werden auf dem Glashütter Sonnenuhrenweg fündig, der nicht ohne Grund so heißt: Fast ohne Schatten geht es vorbei an Hexenhaus, Sternwarte, Brückenmühle, Bastei – eine Wanderkarte mit der genauen Route schicken wir Ihnen gern elektronisch (E-Mail an nomos@glashuette.com). Sonnige Zeiten also, sogar in Glashütte. Frisch auf!

Glashütte liegt gut versteckt zwischen Wäldern und Höhen. Doch ein Besuch lohnt sich, versprochen!

VERÖFFENTLICHUNG: Juli 2019
TEXT: NOMOS Glashütte
BILDER: 1. NOMOS Glashütte/Florian Fischer, 2. NOMOS Glashütte/Eva Bertram, 3. NOMOS Glashütte/Dawin Meckel, 4. Stiftung Deutsches Uhrenmuseum Glashütte/René Gaens, 5. NOMOS Glashütte/Dawin Meckel, 6. NOMOS Glashütte/Sebastian Asmus, 7. NOMOS Glashütte/Benjakon