Bis heute steht das Bauhaus für eine alternative Modernität. Schnörkellos setzt es fort, was vom Deutschen Werkbund oder auch von den Shakern schon vorgedacht war. Diesen wie jenem ging es um die Reduktion aufs Wesentliche – bei dem jedoch, was übrigbleibt, da war man anspruchsvoll, das sollte erster Güte sein.

Tangente ist die berühmteste NOMOS-Uhr, und oft wird dieses Modell als „Bauhausuhr“ bezeichnet. Zum 100. Geburtstag der Designschule hat NOMOS Glashütte Tangente in einer mehrteiligen Sonderedition gefertigt – mit einem Bauhaus-typischen Extra, einem Kreis in den drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau. Denn „Kunst macht sichtbar“, sagte einst Paul Klee. Und so hebt der farbige Kreis auf dem skizzenpapierfarbenen Zifferblatt das Grundprinzip der Uhr hervor: Die Zeit beschreibt einen Kreis. Mehr nicht. Die 900 Exemplare der NOMOS-Sonderserie „Tangente – ein Jahrhundert Bauhaus“ allerdings waren ruckzuck und noch vor dem Start des eigentlichen Jubiläumsjahres ausverkauft.

Als „Bauhausuhr“ wird Tangente von NOMOS Glashütte von jeher von vielen bezeichnet. Richtig ist: Sie wurde nicht 1919, sondern erst 1991 gezeichnet. Doch die Regeln von Bauhaus und Werkbund bestimmen die Arbeit bei NOMOS Glashütte bis heute.

Der Verzicht auf Überflüssiges und der Einsatz der jeweils besten Werkstoffe, wie er Bauhäuslern wichtig war, ist auch ganz zentral für uns. Unserer Ansicht nach legt dieses Denken und Handeln den Grundstein für ein auf die Spitze getriebenes Made in Germany. Denn statt ostentativ, opuluent und nur für ganz Wenige erreichbar ist dieser Luxus ein anderer: Es braucht nur wenig. Doch dieses Wenige eben, das braucht es perfekt.

Der Zweite Weltkrieg, das Hitler-Regime, hat das Bauhaus geschlossen. Die Ulmer Hochschule für Gestaltung, die nach dem Krieg an das Erbe des Bauhauses anknüpfte, bedeutende Gestalter und Ideen hervorbrachte – etwa Max Bill, Dieter Rams, Peter Raacke – existierte ebenfalls nicht lang.
Der Gedanke aber, dass in Dessau und Ulm der eine oder andere eine Tangente gemocht hätte, hätte es sie damals schon gegeben: schön. Denn mehr als es uns oft bewusst ist, bereichern die Ideen von damals, was wir heute tun.

Das Bauhausgebäude in Dessau: Der Gebäudekomplex entstand nach Plänen von Walter Gropius als Schulgebäude für die Kunst-, Design-, Architektur- und Lebensschule Bauhaus. Wenn wir uns etwas wünschen dürften, so stünde es heute in Glashütte.
Stiftung Bauhaus Dessau / Foto: © (Okochi, Tadashi) Pen Magazine, 2010