Selbst dort, wo es keiner ihrer Träger je sehen wird, sind unsere Uhren wunderschön. Es gibt Verzierungen in unseren Werken, die einzig den Uhrmacher erfreuen, der irgendwann in Zukunft das Werk reinigen und ölen wird. Andere hingegen sieht man durch den Glasboden, sollte die Uhr mit einem solchen ausgestattet sein – aber nur dann. Die schönen Schliffe spiegeln die Präzision, mit der die Kaliber gefertigt werden.

Einst hatten sie durchaus auch mehr Funktion: Sie fungierten als Staubsauger, denn an ihren rauen Oberflächen konnten etwaige Staubpartikel haften bleiben, anstatt die Rädchen des Werks bei ihrer Arbeit zu stören. Heute sind die Uhren längst so dicht, dass Staub nicht mehr hineingelangt – und auch die Produktionsbedingungen haben sich stark verändert, sind sehr viel sauberer geworden. Doch die schönen Schliffe sind geblieben. Die wichtigsten sind die folgenden.

Glashütter Streifenschliff

Ein streifenförmiger Zierschliff, der zumeist schräg über die Platine gezogen wird. Ganz ähnlich: Bandschliff, Genfer Streifen, Côte de Genève.

NOMOS-Perlage oder Wölkchenschliff

Sie entsteht im Zuge der Finissage durch die Drehbewegung eines zylindrischen, mit Diamantstaub besetzten Stiftes; es entstehen so eng aneinander lauter kleine, kreisrunde Formen.

Strichschliff

Bei diesem rustikaleren, aber nichtsdestotrotz sehr schönen Schliff, deutlich sichtbar auf der NOMOS-Sperrklinke und der Sperrklinkenfeder, wird das Werkstück über eine Art sehr feines Sandpapier gezogen.

Glashütter Sonnen- oder auch Schneckenschliff

Dies ist eine kreisförmige Verzierung auf den Sperrrädern unserer Handaufzugs- und Automatikwerke. Sperrrad für Sperrrad wird in einen Apparat mit zwei gegenläufigen Motoren eingespannt, und ein mit Diamantschleifpaste benetzter, rotierender Zylinder erzeugt dann auf der Oberfläche des sich ebenfalls drehenden Sperrrads einen Schliff, der uns besonders erfreut. Je nach Lichteinfall sieht man eine kleine sich drehende und funkelnde Sonne darin – oder eben, wenn man mag, auch eine winzige Schnecke.

Schwarzpolitur

Eine besondere Politur, die in der Fertigung der Teile für die Atelier-Uhren Lambda und Lux Anwendung findet: Hier werden die Stahlteile – etwa Sperrklinke und Sperrklinkenfeder – auf einer Zinnplatte so lang poliert, bis sich nicht einmal mehr mit der Lupe Kratzer feststellen lassen, sie anschließend aber immer noch exakt winklig und ohne abgerundete Kanten sind.

Die Gravur

Die Gravur lässt jede Uhr zum Unikat werden: So etwa werden die Unruhkloben der besonders feinen NOMOS-Kaliber von Lux und Lambda von einem erfahrenen Graveur im freien Schnitt beschrieben. „Mit Liebe in Glashütte gefertigt“ steht darauf.

Foto: 1. NOMOS Glashütte, 2–3. NOMOS Glashütte/Holger Wens, 4. NOMOS Glashütte/Sebastian Asmus, 5. NOMOS Glashütte/Franziska Mueller, 6. NOMOS Glashütte/ Holger Wens, 7. NOMOS Glashütte/ Sebastian Asmus